10.03.2020

Rundschreiben: Änderungen zum Jahreswechsel

In unserem Rundschreiben haben wir für Sie die wichtigsten Informationen und Änderungen zum Jahreswechsel zusammengefasst.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Abnehmers und die ZM werden materielle Voraussetzung für die Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung. Bitte prüfen Sie insbesondere bei größeren oder Dauerlieferverträgen die Richtigkeit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, da ein Fehler nachträglich nicht mehr korrigiert werden kann (Portal: https://evatr.bff-online.de/eV...

Anhebung Pauschale Verpflegungsmehraufwendungen

Das Jahressteuergesetz 2019 bringt eine Anhebung der Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen im Rahmen einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder doppelten Haushaltsführung mit sich. So ist eine Erhöhung von 24 auf 28 EUR für Abwesenheiten von 24 Stunden und von 12 auf 14 EUR für An- und Abreisetage sowie für Abwesenheitstage ohne Übernachtung und mehr als 8 Stunden vorgesehen. Grundvoraussetzung ist hier, dass der Arbeitnehmer außerhalb seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig ist.

Abschreibung bei E-Fahrzeugen und elektrisch betriebenen Lastenfahrrädern

Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenfahrräder können zukünftig im Jahr der Anschaffung neben der normalen Absetzung für Abnutzung eine Sonderabschreibung in Höhe von 50 % der Anschaffungskosten in Anspruch nehmen.

Steuerbefreiung bei betrieblichen (Elektro-)Fahrräder

Die Steuerbefreiung des gewährten geldwerten Vorteils aus der Überlassung eines betrieblichen (Elektro-)Fahrrads durch den Arbeitgeber nach § 3 Nr. 37 EStG wird bis zum Ablauf des Jahres 2030 verlängert. Außerdem wird eine neue Möglichkeit zur Pauschalierung der Lohnsteuer eingeführt für den Fall, dass einem Arbeitnehmer zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn unentgeltlich oder verbilligt ein betriebliches Fahrrad geschenkt wird.

Anhebung der umsatzsteuerlichen Kleinunternehmergrenze

Nach § 19 Abs. 1 Satz 1 UStG wird die Umsatzsteuer von inländischen Unternehmern künftig nicht erhoben, wenn der Umsatz im vergangenen Kalenderjahr die Grenze von 22.000 EUR (statt derzeit 17.500 EUR) nicht überstiegen hat und 50.000 EUR (wie bisher) im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht übersteigen wird.

Steuerbefreiung für betriebliche Gesundheitsförderung

Um den Arbeitgebern künftig den Spielraum zu erweitern, seinen Arbeitnehmern spezielle Gesundheitsleistungen anbieten oder entsprechende Zuschüsse zu Gesundheitsmaßnahmen leisten zu können, wird der Freibetrag in § 3 Nr. 34 EStG von 500 EUR auf 600 EUR je Arbeitnehmer im Kalenderjahr angehoben.

Verspätete Abgabe von Steuererklärungen

Ab 2019 gelten neue Regeln: Ein Verspätungszuschlag wird auf jeden Fall festgesetzt, wenn Sie nicht binnen 14 Monaten nach Ablauf des Besteuerungsjahres die Steuererklärung abgegeben haben. Wer seine Steuererklärung für 2018 erst im März 2020 oder danach abgibt, erhält automatisch einen Verspätungszuschlag. Er beträgt dann pro angefangenem Säumnis-Monat 0,25 Prozent Nachzahlung, mindestens aber 25 Euro monatlich.

Verschärfung bei Sachbezügen

In der Praxis kam es bei der Differenzierung zwischen einem steuerbegünstigten Sachlohn und einem steuer- und sozialversicherungspflichtigen Barlohn immer wieder zu Abgrenzungsproblemen. Das Jahressteuergesetz 2019 stellt nun klar: Wenn Gutscheinkarten nur für Waren/Dienstleistungen eingelöst werden können, dann handelt es sich um Sachlohn. Diese können bis 44 EUR steuerfrei bleiben. Voraussetzung ist, dass diese Gutscheine zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden und es sich um keine Gehaltsumwandlung handelt. Keine solchen Sachzuwendungen sind allgemein verwendbare Karten (z.B. Kredit- oder Debitorenkarten), die beliebig eingesetzt werden können und auch zur Bargeldauszahlung verwendet werden können.

Abgeltung von Urlaubstagen

Nach einer neueren Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer darauf hinweisen, wie viel Urlaub er noch hat und wann der Urlaub verfällt. Macht er das nicht und der Arbeitnehmer nimmt nicht den ganzen ihm zustehenden Urlaub, dann hat der Arbeitnehmer gegen den Arbeitgeber einen Schadenersatzanspruch. Er kann also die Abgeltung der Urlaubstage verlangen, die er nicht genommen hat. Der Arbeitgeber sollte die Belehrung im Streitfall nachweisen können. Ein Hinweis im Arbeitsvertrag genügt nicht.

Aufbewahrungsfristen

Befreien Sie sich von unnötigen Unterlagen! Nach Jahresende 2019 können alle Unterlagen des Jahres 2009 und früher vernichtet werden.

In eigener Sache

Wir haben Steuerberater Till Vogel ab dem 01.01.2020 als neuen Gesellschafter bei der TSO Heitersheim aufgenommen, die Steuerberaterinnen Stefanie Kiefer und Laura Scholl bei der TSO Freiburg bzw. TSO Müllheim.